Wenn man von  Regionalsprachen im Nordosten von Frankreich spricht, denkt man oft nur an das Elsässische. Es gibt aber  eine andere Sprache, wenn auch weniger bekannt: die fränkische Sprache. Sie ist eine regionale Sprache die seit Jahrhunderten in den nördlichen und östlichen Teil des Departement Moselle gesprochen wird, aber auch über die Grenzen hinweg  in Deutschland, Luxemburg, Belgien, Brasilien, Banat und in Pennsylvanien.

 

Karte der Fränkische Sprachen

 

Um ihre Sprache zu bezeichnen verwenden die Benutzer verschiedene Begriffe: Platt, Déitsch , Lothringer Platt, Mundart, Dialekt.

Der Begriff Fränkisch bezeichnet eine Gruppe von Dialekten und westlichen Sprachen, die von der germanischen Unterfamilie der indoeuropäischen Sprache abstammen sollen. Wir werden uns aber nicht mit dem Niederfränkischen befassen, das unter anderem, Flämisch, Niederländisch, Brabantisch, französisch Westhoeck ( um Dünkirchen ) sowie die Sprachen/Dialekte um Utrecht und Limburg beinhaltet.

Unser Interesse betrifft eher die Mitteldeutschen Dialekten, beziehungsweise  die ripuarische fränkische Sprache um Köln, die Luxemburgische Sprache, der moselfränkische und rheinische Dialekt.

Die Rheinische, Moselfränkische und Luxemburgische Sprachen/Dialekte werden im nördlichen Teil des Département Moselle,  im „Krume“ Elsass und bis zu der Region von Wissembourg (Weissenburg), gesprochen. Sie bilden den Lothringischen (oder fränkischen) Dialekt.

Der Fränkische Dialekt  beinhaltet eine Mischung der germanischen und Spuren der keltischen Sprachen. Das lateinische Substrat wird auch in bestimmten Worten gehalten. Einige Worte kommen von der Jiddischen Sprache. Die Toponomastik  hat weitgehend die germanischen Namen, bei vielen Orten die mit ” –ange ” ( Hayange , Volmerange ) enden, bewahrt. Dies gilt auch für Orte in ” –ing ” ( Rémelfing, Zetting ) im Bereich der Rheinfränkischen Zone. Einige Namen sind sicherlich älteren Ursprungs, haben aber über Jahrhunderte hinwe eine germanische Ausdrucksweise übernommen.

Mitteldeutsche Mundarten

 

 

Historische Hinweise Die fränkische Sprache gilt als erste Sprache der französischen Monarchie. Ihr Ursprung soll zu der Zeit von Chlodwig I zurückführen Die Realität muss natürlich nuanciert werden. Laut Sprachwissenschaftlern scheint es, dass Fränkisch eine ältere Sprache als die der Salfranken von Chlodwig I. ist, und dass sie bereits auf dem Gebiet des heutigen  Département Moselle vor der römischen Eroberung gesprochen wurde.

Schematisch gesehen, wird das Departement Moselle, seit Urzeiten, von einer Sprachbarriere durchquert. Diese Grenze entspricht  aber keiner politischen oder einer geografischen Grenze. Im nördlichen Teil, ab Audun-le- Tiche ( Audin von ” Aquädukt ” und der Tiche “Deutsch «) bis zum Donon , spricht man von den germanischen Dialekten. Im südlichen Teil, spricht man von romanischen Dialekten.

Diese Sprachgrenze beginnt eigentlich schon an der belgischen Küste und streckt sich bis zur Schweiz. Sie ist die Grenze zwischen den germanischen und keltischen Siedlungen. Schon vor der römischen Eroberung  war das Gebiet der Menschen, die die Römer Mediomatriker und Treverer nannten, eine Kontaktzone zwischen den beiden Sprachgruppen. Ein Großteil der Bevölkerung der Regionen um Metz und Trier waren germanisiert.

Die römische Eroberung hat die Struktur der Bevölkerung nicht grundlegend verändert. Die Region war Teil der Region Gallia Belgica und diente als Versorgungszone für die Truppen und den nahen gelegenen Städte des Grenzwalls (Limes). Dieses Netz von Befestigungen sollte Überfälle blockieren. Es war keine Grenze im modernen Sinne des Wortes, denn sie erlaubte Austausche zwischen den Menschen beider Seiten dieser Linie. Darüber hinaus dienten die Bewohner der Grenzregionen, die Kelten und Germanen, häufig als Hilfstruppen in den römischen Legionen. Einige Legionäre konnten, am Ende ihres aktiven Dienstes, das römische Bürgerrecht sowie Grundstücke für ihren Lebensunterhalt erhalten. Trier, Köln, Mainz und Worms waren wichtige römische Städte wo Germanen, Gallier, und Römer lebten und Handel trieben.

Die Ansiedlung germanischer Völker nach dem 3. Jahrhundert hat zum Zusammenbruch des Römischen Reiches beigetragen. Einige Völker wurden als Hilfstruppen eingesetzt, gegen, was man in der früheren Historiographie als Einfall Barbarischer Völker nannte, heute aber eher als Völkerwanderung darstellt.Franken, Burgundern und Alemannen drangen ab der Mitte des 3. Jahrhunderts in Gallien ein.Nach siegreichen Kämpfen, werden sie von den Römern als „foedera“  beziehungsweise Verbündete verpflichtet das Reich gegen Völker wie die Goten, Vandalen und Hunnen zu verteidigen.

Es ist fast unmöglich, diesen Zeitabschnitt zusammenzufassen, zumal die Quellen nicht vollständig sind, aber wir können feststellen, dass es den Salfranken gelungen ist im Norden Galliens ( Gallia Belgica und westlichen Teil von Germanien) mehrere kleine Königreiche, die oft rivalisieren, zu errichten . Was Lothringen betrifft, hat die Ankunft der Franken, ein germanisches Volk, zweifellos dazu beigetragen die bereits vorhandenen, germanischen Sprachen zu stärken.

Chlodwig I, erster französischer König, fördert die Mischung zwischen den Franken und den Gallo-Römischen Völkern, besonders durch seine Bekehrung zum Christentum. Ein großer Teil der römischen Verwaltung wird auch durch die fränkischen Könige gehalten. Verwaltungsakte und Gesetze werden in Latein geschrieben, während die Franken nach wie vor eine germanische Sprache sprechen.

Franken Expansion bis 6Jhdt

 

Es ist zu beachten, dass die von Chlodwig gesprochene Sprache eine nördliche Variante wäre, die den Ripuarische Dialekten der Rheinregion, zwischen Köln und Tournai, nahe sei. Diese Sprache sei offenbar, ohne eine direkte Spur zu hinterlassen, zu Beginn des 7. Jahrhunderts verschwunden. Vielmehr wäre sie mit dem Latein der Gallo-Römer verschmolzen um sich als eine romanische Sprache zu entwickelt ( HAGEGE Claude / Dictionnaire amoureux des langues)

Im späten 8.Jahrhundert, machte Karl der Große aus Aachen (Aix-la-Chapelle auf Französisch, Oche im Ripuarischen Dialekt) seine Hauptstadt. Die Stadt ist auf dem Gebiet der Rhein-Franken. Die dort gesprochene Sprache soll das ripuarischen Dialekt sein dessen lokale Variante das Öcher Platt ist. Es könnte auch sein, dass die Hofsprache das Rheinfränkische ist ( LAUMESFELD Daniel / La Lorraine francique ).

Die erste schriftliche Erwähnung der fränkischen Sprache erschien im Eid von Straßburg im Jahr 842. Dieses Dokument verpflichtete die Truppen Karls der Kahle und Ludwig der Deutsche zum Beistand gegen ihren Bruder Lothar. Die beiden Enkelkinder Karls des Großen, verbündet gegen ihren Bruder Lothar, hatten die Schlacht von Fontanet/ Fontenoy en Puisaye ( 841 ) gewonnen. Da der Krieg noch nicht zu Ende war, trafen sie sich 842 in Straßburg um Allianz zu schließen. Um für ihren Soldaten verständlich zu sein, schwor Ludwig  auf Romanisch und Karl mit der gleichen Formel in germanischer Sprache. Die gesprochenen Texte sind die ältesten Schriften in Alt Französisch und Rheinischem Dialekt. Während des Mittelalters, änderte sich die Sprachgrenze nur sehr wenig. Das heutige Lothringen bleibt eine kulturelle und sprachliche Übergangszone.

“In godes minna ind in thes christanes folches ind unser bedhero gehaltnissi fon thesemo dage frammordes so fram so mir got geuuizci indi mahd furgibit so haldih thesan minan bruodher soso man mit rehtu sinan bruodher scal in thiu thaz er mig so sama duo indi mit ludheren in nohheiniu thing ne gegango the minan uillon imo ce scadhen uuerdhen.”

“Für die Liebe Gottes und des christlichen Volkes und unser aller Erlösung, von diesem Tage an, soweit mir Gott Wissen und Können gibt, werde ich meinem Bruder Karl beistehen, sowohl in der Hilfeleistung als auch in jeder anderen Angelegenheit, so wie man seinem Bruder beistehen soll, auf dass er mir genauso tue, und ich werde niemals ein Abkommen mit Lothar treffen, das willentlich meinem Bruder Karl zum Schaden sei.”

Die Fränkische Sprache wurde nicht oft geschrieben, Gebildete benutzen meistens Latein.Einige Texte existieren dennoch. Während des Hochmittelalters, wurden sie in den Skriptorien der Klöster von Mönchen unterschiedlicher Herkunft hergestellt. Es handelt sich im Wesentlichen um Übersetzungen und Anpassungen der lateinischen Manuskripte. Man kann christliche inspirierte Poesie, Dokumente mit religiöser Berufung, einige seltene Dokumente heidnischer germanischer Tradition und Gesetze hinzufügen. Einige Texte wurden in einer Mischung aus fränkischen und andere Sprachen ( Bairisch, usw… ) geschrieben. Ein anonymer Autor hat das Werk von Isidor von Sevilla übersetzt. Die Gedichte des Minnesängers Heinrich von Tetingen werden derzeit in der Universität Heidelberg aufbewahrt.

Elisabeth von Lothringen Vaudemont, Gräfin von Nassau- Saarbrücken (1397-1456 – Ihr Grabmal besteht in der Stiftskirche Skt. Arnual in Saarbrücken), hinterließ mehrere Ritterromane: Herpin , Sibille, Loher Mallert und Huge Scheppel sowie ihren  Briefwechsel auf Fränkisch. Ihre Werke sind ein kostbares Zeugnis eines sprachlichen Übergangs zwischen Rheinfränkisch und den ersten Schritten der modernen deutschen Sprache. Sie verwendet insbesondere das Wort ” pherde ” für ” Pferde “, wie es heute noch der Fall in Rheinfränkisch ist (CURIN Pascal / Le Platt ) .

Im 16. Jahrhundert, verändern die Reformation, mit der Übersetzung des Neuen Testaments von Luther und der Erfindung des Buchdrucks, die politische und kulturelle Landschaft in ganz Europa. Ein Standard- Deutsch setzt sich allmählich in den Kanzleien des Heiligen Römischen Reiches durch.Dieses Deutsch, auch Hochdeutsch genannt, ist die Zusammenlegung von mehreren Dialekten.

Rheinfränkisch ist, in Bezug auf der Phonetik und der Syntax, der deutschen Standardsprache sehr nahe.

Wolfgang Meuslin, genannt Musculus , ist ein berühmter Theologe. Er wurde 1497 in Dieuze (Duss in fränkischer Sprache), im deutschsprachigen Raum des aktuellen Moselle Departement geboren. Er schrieb Predigten und religiöse Lieder auf fränkisch, von denen einige noch heute in den reformierten Tempeln gesungen werden. Er gilt auch, jenseits des Rheins, als Pionier des Schreibens auf Hochdeutsch.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, kommt Lothringen, weitgehend entvölkert und verwüstet, in die Einflusssphäre der französischen Monarchie. Die Sprachgrenze bewegt sich nach Norden, wobei Französisch als Sprache der dominanten Macht üblich wird. Die Herzöge von Lothringen bemühen sich, die Region mit schweizerischen und österreichischen Emigranten insbesondere aber auch mit Frankophonen wieder zu bevölkern.

Mundarten im Elsass

 

Franz III. Stephan, Herzog von Lothringen, wird ab 1745 Kaiser des Römischen Reiches und gründet die Kaiserfamilie von Habsburg-Lothringen. Stanislas Leszczynski, ehemaliger König von Polen übernimmt das Herzogtum Lothringen. Nach seinem Tod wird Lothringen dem franz. Königreich zukommen. Die Verwaltung fällt dem Marquis Antoine-Martin Galaizière von Chaumont zu, der die Französische Sprache im Herzogtum und in der deutschen Balei (Bellistum) (Saargemünd) vorschreibt. Der Marquis macht sich durch die Multiplikation von Steuern und Abgaben sehr unbeliebt. Um der Armut zu entkommen, verlassen viele Menschen die Region und ziehen in den Banat und in die Batschka, in Rumänien und dem heutigen Ungarn. Zu diesen Gruppen gehören auch Luxemburger, Elsässer, Schwaben, Pfälzer. Sie gründen eine große deutschsprachige Gemeinschaft bekannt unter dem Namen „Donau-Schwaben“. Eine ihrer bekanntesten Persönlichkeiten sind Herta Müller (*1953), Nobelpreis für Literatur im Jahr 2009, deren Familie aus der deutschsprachigen Region Lothringens stammt, sowie Johnny Weissmüller (1904-1984), fünffacher amerikanischer Olympia Sieger im Schwimmen und Filmschauspieler. Als Tarzan Darsteller wurde er weltberühmt.

Die Französische Monarchie, und noch mehr die Französische Revolutionäre zeigen sich gegenüber den Regionalsprachen sehr feindlich und veröffentlichen regelmäßig Richtlinien die sie verbieten.

Diese Revolutionäre, insbesondere Henri Grégoire genannt Abbé Grégoire, wollen die Standardisierung der Französische Sprache und wollen ” das lokale Idiom ” ausrotten. Das Französisieren macht ebenfalls Fortschritte im Lauf des 19. Jahrhunderts, vor allem bei der Bourgeoisie, im Zusammenhang mit der  Steigerung der kommerziellen und administrativen Austausche.

Der Krieg von 1870 und der Anschluss des Departement Moselle, einen Teil des Departement Meurthe und des Elsass an das Deutsche Reich verändert die Situation in Sprachlicher Sicht. Die Mehrheit der Elsass-Lothringischen Bevölkerung zeigt sich gegenüber der Annexion ablehnend.

Viele Elsässer und Lothringer verlassen das Reichsland Elsass-Lothringen als Optanten aber auch auf illegale Weise. Die Elsass-Lothringischen Wähler senden protestierende Abgeordnete nach Berlin in den Reichstag.

Das Kaiserliche Deutschland beabsichtigt einen Progressiven Rückgang der Französischen Sprache in den annektierten Gebieten.

Während dieser Zeit entwickelt sich eine fränkische Literatur mit Autoren wie Max Besler, Henri und Theodore Lerond und auch Michael Ferdinand Follman.

Das Mundart-Theater nimmt ebenfalls seinen Aufschwung während dieser Zeit.

Nach der Rückkehr des Moselle Departement zu Frankreich im Jahr 1919 und noch intensiver in den 50er Jahren, wird der fränkische Dialekt bekämpft um Französisch als einzige Nationalsprache durchzusetzen. Das französisieren des fränkischen Teils Lothringens und des Elsass ist eng mit dem Bildungssystem verbunden. Es wird insbesondere auf den Einfluss der Lehrer der Ecole Normale basiert. Schulkinder werden bestraft, wenn sie „Platt ” in der Schule sprechen. Jetzt tritt ein Bruch zwischen der in der Öffentlichkeit gesprochene Französischen Sprache und der in der Familie und im Freundes Kreis verwendeten fränkischen Sprache auf.

Seit mehreren Jahren kann man feststellen das ein größerer Teil der Einwohner des Département Moselle  wieder ihre regional Sprache benutzt aber auch die Bedeutung der zwei- oder der Mehrsprachigkeit im grenzüberschreitenden Handel und bei der Arbeitssuche erkennt.

 

 

Moselle Dialekte

 

Luxemburgisch ( Lëtzebuergesch )

Die Luxemburg – fränkische Sprache ist eng mit der Geschichte des Großherzogtums verbunden. Sie wird oft dem Moselfränkischen zugeordnet

Luxemburg, an der Grenze zu deutschen, romanischen, später französisch sprechenden Gebieten hat seit dem 10. Jahrhundert eine wechselhafte Geschichte und politische Lage erlebt. Die Lehnsherren  des Landes waren die Grafen von Luxemburg, Burgunder, Habsburger, Spanier, Franzosen und Österreicher. Der Pyrenäenfriede im Jahre 1659 zwang Spanien die Stadt Thionville (Diedenhofen ) an Frankreich abzutreten. Die Stadt und der südliche Teil des Herzogtums Luxemburg wurden an die Provinz der Drei Bistümern (Trois-Evêchés), bereits Teil von Frankreich seit 1552 ( Diözese von Metz ), angegliedert.

Die Oberschicht der Bevölkerung lernt vorwiegend Französisch und Deutsch, die meisten Einwohner um Didenhoffen (Thionville) nutzen aber weiterhin die Luxemburgisch- fränkische Sprache.

Von 1795 bis 1815 wird Luxemburg zum franz. Département des Forêts erklärt. Der Wiener Kongress von 1815, mit der Auflösung des Napoleonischen Kaiserreichs, erkennt das Herzogtum Luxemburg, gliedert es aber der Krone der Niederlande an. Darüber hinaus ist dort, bis im Jahr 1866,  eine preußische Garnison stationiert.

Die Neugliederung von 1839 teilt das Land und entzieht den wallonischen Teil, der Belgien zukommt. Diese territoriale Neuordnung schafft einem vorwiegend deutschsprachigen Raum. Die Bürger sprechen Luxemburgisch, während die Oberschicht  Französisch lernt, teilweise als Reaktion auf die Stationierung preußischer Truppen. Eine der ersten patriotischen Hymnen, 1859 von Michel Lentz  komponiert „De Feierwon“ / Der Feuerwagen, verkündet: ”  Mir wëlle bleiwe wat mir sinn“  / Wir wollen bleiben, was wir sind.»

Im Jahre 1890 wird Luxemburg, durch die Erbschaft der großherzoglichen Familie von Nassau –Weilburg, unabhängig von den Niederlanden.

Während des Ersten Weltkrieges, wird das Land, trotz seiner Neutralität, von Deutschland besetzt. Der Vertrag von Versailles von 1919 bestätigt seine Unabhängigkeit, die wiederum von den Nazi-Deutschen von 1940 bis 1944/ 1945 verweigert wird.

Das Land ist ein Gründungsmitglied der Europäischen Union. Es ist auch Teil der so genannten Großregion, Stätte einer politischen, wirtschaftlichen und vor allem kulturellen Zusammenarbeit. Das Großherzogtum Luxemburg, die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland, Wallonien, die französische Gemeinschaft und die deutsche Gemeinschaft Belgiens sowie die Region Lothringen  bilden diese  Grossregion.

Ab dem 19. Jahrhundert, fördert die Unabhängigkeit des Landes die Entstehung einer nationalen Literatur in Luxemburgisch, aber auch in Französisch und Deutsch. Einige der bekanntesten  Autoren  sind Antoine Meyer , Michel Rodange (Le Roman de Renart), Michel Lentz (Autor der Nationalhymne „Ons Heemecht“, Notre patrie), Edmond de la Fontaine (genannt Dicks) .

Luxemburgisch ist seit dem Gesetz vom 24. Februar 1984, neben Französisch und Deutsch, die Amtssprache des Landes. Das Land ist de facto mehrsprachig. Ein Luxemburger nutzt sehr einfach die eine oder andere Sprache, kombiniert auch mehrere  um seine Ideen besser zum Ausdruck zu bringen. Man spricht in diesem Fall von Code-Switching.

Luxemburgisch wird in Luxemburg, in Belgien (Region von  Arlon, Kanton St. Vith ), Frankreich ( Region um Didenhoffen (Thionville)) und Deutschland ( Bitburg -Bereich, Eifel , Nordsaarland ) gesprochen.

Die Wikipedia Seite über Luxemburg (auf Luxemburgisch)

 

Moselfränkisch  Moselfränkisch ist von der  Luxemburgischen Sprache durch die Linie der Isoglossen op/of wie in “dorp ” und ” dorf” getrennt. Im Departement Moselle entspricht die westliche Grenze des moselfränkischen Dialektes in etwa der Wasserscheide des Beckens der Nied. Dieser Fluss ist auch eine der Markierungen der Sprachgrenze zwischen der  Moselfränkischen Sprache und dem Lothringischen  (Romanisch). Die beiden Zusammenflüsse werden als  französische Nied [ (La Nied Romande ( 1594 ) oder Die velsche Neda Fluv . (Siebzehnten Jahrhundert ) ] und deutsche Nied [( Le Nied des Allemands ( 1495) , Die Teutschen Nida Fluv . (siebzehnten Jahrhundert ) ]  bezeichnet. Auf  französischer Seite entspricht es dem Bereich um Busendorf (Bouzonville), Bolchen (Boulay) und Falkenberg (Faulquemont).

 

Rheinfränkisch  Die Trennlinie zwischen dem Moselfränkischen  und dem Rheinfränkischen  ruht auf den Isoglossen wat, dat, und  was, das, es. Das Rheinfränkische überschreitet das Departement Moselle und beinhaltet das Krumme Elsass und einen Teil des nördlichen Département Bas-Rhin. Dazu gehören Saint-Avold (Sankt-Avold) , Freyming-Merlebach (Freymingen-Merlebach) , Fénétrange (Finstingen),  Phalsbourg (Pfalzburg) , Sarreguemines (Saargemünd), Sarre-Union (Bouquenom), Bitche (Bitsch), Wissembourg (Wissemburg).

Anstatt von Grenzen zwischen den verschiedenen Varianten, sollten wir eine Fortsetzung der Sprachvarianten sehen, die der Sprachwissenschaftler Albert Hudlett als „Kontinuum der germanischen und fränkischen Dialekte im  Elsass und in Lothringen identifiziert. Er entwickelt eine moderne Annäherung  der Soziolinguistik und enthüllt eine sprachliche und phonetische Kontinuität, die sich Schritt für Schritt, von der Schweiz nach Luxemburg und darüber hinaus entwickelt.(HUDLETT Albert / Synopsis Géolinguistique).

 

 

Die Hauptunterschiede liegen nicht im Wortschatz der drei Varianten der fränkischen Sprachen, sondern in der Aussprache der Vokale und Nutzung von Diphthongen oder nicht. Zum Beispiel beim Moselfränkisch endet das Wort oft mit einem Konsonanten.

 

Deutsch Rheinfränkisch Moselfränkisch Luxemburgisch
Heute Hitt Heit Haut
Vater Bàbbe Papp Papp
Bruder Bruder Brudder Brouder
Liebe Lieb lief Léiw
Hut Hut Hut Hout
Kuh Kiih Keih Keih

Diese Variationen ermöglichen den Rednern auf einfache Weise den Ursprung ihrer Gesprächspartner zu erkennen.

 

Die Situation der fränkischen Sprache in Deutschland In Deutschland gibt es keine klare Trennung zwischen dem lokalen Dialekt und der Standardsprache. Die Soziolinguistik spricht eher von einer  Triade: Dialekt, Umgangssprache, Hochsprache, indem er die allmähliche Verschiebung zwischen diesen drei Ebenen betont. Der Dialekt wird nach dem Bereich, in dem er sich befindet, bezeichnet: Saarlännisch, Pälzisch, Mundart, Saarbricker Mundart, Saarlouier Mundart

 

  • CALVET Louis-Jean ; Il était une fois 7000 langues. – Paris : Fayard, impr. 2011.- ISBN 978-2-213-66222-0 (br.)
  • CURIN Pascal ; Le Platt : Langues Lorraines : La famille francique du Luxembourg à L’Alsace. – Romorantin (Loir-et-Cher) : Ed. CPE, 2012. – 1 vol. (159 p.) : ill., couv. ill. en coul. ; 24 cm. – (Langues, Lorraine ; tome 2) (Mémoire du patrimoine oral lorrain : collection langues et chansons de nos grands-pères)
  • FEHLEN Fernand ; Le « francique » : dialecte, langue régionale, langue nationale ? GLOTTOPOL : Revue de sociolinguistique en ligne N° 4– Juillet 2004. – Langues de frontières et frontières de langues.
  • (Ressource Numérique) : http://glottopol.univ-rouen.fr/telecharger/numero_4/gpl403fehlen.pdf
  • HAGEGE Claude ; Dictionnaire amoureux des langues. – Paris : Plon, 2009. – (Omnibus) Bibliogr. p. 701-710. Index. – ISBN 978-2-259-20409-5 (br.)
  • HUDLETT Albert ; Synopsis géolinguistique : continuum des parlers alémaniques et franciques d’Alsace et de Moselle germanophone : avec 174 cartes dialectales – Strasbourg : Ed. Hirlé, 2001. – 271 p. : cartes, couv. ill. en coul. ; 29 cm. Bibliogr. p. 267-271. – ISBN 2-910048-90-X (br.)
  • KIEFFER Jean Louis ; Le Platt Lorrain de poche. – Paris : Assimil, 2006 (Assimil Evasion) Bibliogr. p. 136-139. Lexique francique-français, français-francique. -ISBN 2-7005-0374-0 (br.)
  • LAUMESFELD Daniel ; La Lorraine francique [Texte imprimé] : culture mosaïque et dissidence linguistique; éd. établie par Marielle Rispail ; avec une préf. de Louis-Jean Calvet ; et une postf. de Jean-Marc Becker. – Paris ; Montréal : l’Harmattan, 1996. – 308 p. : ill., couv. ill. ; 22 cm. – (Sémantiques). – ISBN 2-7384-3975-6 (br.)
  • RISPAIL Marielle, HAAS-HECKEL Marianne, ATAMANIUK Hervé ; Le Platt lorrain pour les nuls. – Paris : First, 2012. – 337 p. ; 19 cm. – (Pour les nuls). -ISBN 978-2-7540-3606-1 (Br.)